Sonntag, 29. Oktober 2017

Sonntagskritik

Es ist 5 Uhr morgens, ich habe bei Google "CFS recovery" eingegeben und oh Wunder, die Suche erzielt "ungefähr" 760 000 Treffer in 0.41 Sekunden! Manche führen zu seitenlangen Chats andere zu Kliniken und Ärzten, die um unsere Gunst buhlen. Selbsternannte Coaches und Heiler bieten ihre Dienste an, unzählige Blogs wollen uns mit ihren Erfahrungen helfen.
Ich lese planlos hier und da, verliere mich in der Menge der Unglücklichen und Heilsversprecher.
Die Beiträge scheinen austauschbar. Sie sind bunt gemischt, einige weise, manche klagend, viele widersprüchlich. Ein Sammelsurium an Ideen und Meinungen. Eines ist allen gewiss: ein Rezept hat keiner.

Es bleibt nichts anderes übrig als zu warten, bis DIE Pille gefunden wird und das wird nicht passieren solange kaum Geld in die Forschung fliesst (wie etwa bei Multipler Sklerose).

Also ergreifen wir bis da hin die Initiative: Wir halten strikt Diät, essen nichts Süsses, keine Milchprodukte, essen glutenfrei, & bio. Kaffe, Alkohol und Tabak sind sowieso gestrichen - die Lebensfreude schwindet noch mehr, nur CFS bleibt.

Und was wir nicht alles an Pülverchen & Mittelchen ausprobiert haben. Keine Therapie ist uns zu abwegig - sofern wir es uns leisten können. Die Hoffnung stirbt zuletzt, ja nichts unversucht lassen, es könnte genau das Puzzleteilchen sein, das uns wundersam heilt. Und schlussendlich die Erkenntnis: nichts hilft, auch viel hilft nichts. Gar nichts hilft! Und wenn es uns über die Jahre etwas besser geht, wissen wir schlussendlich nicht warum.

Nach einer Weile merkt man, dass die meisten, die von Heilerfolgen sprechen ein bestimmtes Produkt, eine bestimmte Klink, ein bestimmtes Vitaminpräparat (zu abstrusen Preisen) anbieten. CFS ein ein lukratives Geschäft, Vitaminpräparate-Hersteller verdienen mit den Millionen Erkrankter gutes Geld.

Und dann kommt wieder eine wissenschaftliche Studie raus die belegt, dass zB Ribose wahre Wunder wirken soll auf den Müdigkeits-/Energielevel um dann gleich wieder von einer neuen Studie dementiert zu werden.

Ich habe Stunden im Netz verbracht auf der Suche nach dem heiligen Gral und da wird klar, dass die grosse Fülle der "Heilmittel" nur bedeuten kann, dass es keine gibt. Wäre eine Methode wirksam, würden wir sie schon längst alle anwenden.

Trotz dieser Erkenntnis lass ich das surfen nicht bleiben. Manchmal brauche ich ein paar aufmunternde Worte, Blogs die mir Hoffnung machen, dass es sehr wohl aufwärts gehen kann, auch wenn nicht von heute auf morgen - die Heilung braucht Zeit, das ist die einzige Gewissheit die wir haben. Und daran glaube ich nach wie vor. In diesem Sinne euch allen einen guten Sonntag.

Herzlich,
Christine

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