Samstag, 16. August 2014

CFS/ME: Single-Leben vs Beziehung

Heute habe ich genau mit EINEM Menschen gesprochen; der Migros Kassiererin. Klingt nach Einsamkeit, ist es manchmal auch. Trotzdem. Ich frage mich immer wieder, wie es CFS Erkrankte machen, die in einer Beziehung leben, Kinder haben. Ich bin meistens nach 1 Stunde Gesellschaft froh, wieder alleine zu sein, zu schweigen und mich ausruhen zu können. Besonders im Anfangsstadium der Erkrankung bin ich mit letzter Kraft von der Arbeit nach Hause gekommen und musste mich hinlegen. Das Wochenende brauchte ich, um mich von der Arbeit zu erholen. Ich hätte die Energie für eine Beziehung nicht aufgebracht. Wie schafft ihr das?

Dank des Alleinlebens kann ich nach meinem Rhythmus leben, muss keine Rücksicht nehmen, kein schlechtes Gewissen haben wenn ich nicht mehr tun kann, als zwischen Bett und Sofa hin und her zu pendeln. Es gibt mir die Freiheit mein Leben so zu organisieren wie ich glaube, dass es für mein Gesundwerden richtig ist. Ich muss den Alltag mit niemandem koordinieren und die täglichen Verpflichtungen abstimmen.

Ja, die Kehrseite der Medaille ist das Alleinsein. Niemand der an schlechten Tagen kocht, putzt, einkaufen geht. Niemand der einen in den Arm nimmt und tröstet. Das ist manchmal hart.

Mir ist auch bewusst, dass ich eine milde Form des CFS habe (auch wenn es sich für mich nicht so anfühlt). Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich im übertragenen Sinn immer noch auf eigenen Beinen stehen kann.

Herzlich,
Christine

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Beitrag zu CFS im NDR

kurzer, informativer Beitrag zu CFS. link zur Sendung